Frauentypen

Die Traumfrau

Was ist das? Eine, die Bier holt, beim Fußball die Schnauze hält und zum Beischlaf die Freundin mitbringt? Haha. Kneipenromantik. Ein Witz, mehr nicht. Wahr ist: Eine Traumfrau ist nichts zum Lachen. Eine Traumfrau kann dich fertig machen. Das ist wie mit dem Hamster im Rad. Du rennst und rennst. Ohne je ein Ziel zu erreichen. Eine Traumfrau kannst du nicht kriegen. Deshalb heißt sie ja auch so. Aufwachen, Freunde. Julia Roberts ist eine Traumfrau, aber die wohnt im Film, nicht um die Ecke. Bo Derek reitet nackt auf einem Pferd, nicht auf uns. Traumfrauen sind wie Ferraris. Man guckt sie sich sonntagnachmittags an. Im Schaufenster. Man freut sich, schwelgt. Nur: Bei Ferraris ist es irgendwie klarer. Niemand macht den Führerschein und spart bis zum Rentenalter auf einen F40. Man fährt Golf, ist zufrieden und hofft auf den Lottogewinn. Träume sind nicht verboten. In puncto Beziehung aber sind sie gefährlich. Sie machen unglücklich. Das Wort Traumfrau gehört verboten.

Die Nebenfrau

Nebenfrauen sind wie zweitgeborene Prinzessinnen. Meistens wunderschön, aber mit keiner Chance, auch nur in die Nähe des Throns zu kommen. Sie wissen und akzeptieren das. Hoffentlich. Nebenfrauen geben einem Mann das Gefühl, körperlich begehrt zu werden. Das macht sie so mächtig. Mit Nebenfrauen muss man sich nicht darüber streiten, wer den Müll runterbringt, Nebenfrauen bauen unser Bad nicht mit Fläschchen, Döschen und Kosmetik-Abfalleimern zu. Nie würden sie sich in unserem Leben einnisten. Sie wohnen in unserem Kopf.

Die Karrierefrau

Trifft man die Karrierefrau in der Bar, füllt sie einen gnadenlos ab: meist mit Geschichten über ihre Sekretärin, die zu blöd ist, Memos richtig abzutippen. Schafft man es in ihre Wohnung, glaubt man, in einer Filiale ihres Büros zu sein: Aktenordner sind sauber beschriftet, auf dem Schreibtisch liegen Zettel mit To-Dos, Post-Its kleben am PC. Schafft man es sogar bis in eine Beziehung, darf man sich statt ihrer seine Hände beim Spülen ruinieren. Dann stellt sie sich mit dem Blick eines TÜV-Abnehmers daneben, weist auf den Soßenrest am bereits abgewaschenen Teller und zischt: "Noch mal."

Der One-Night-Stand - Typ

Die One-Night-Stand-Frau ist wie die Fliege im Auge, wenn Reiben alles nur noch schlimmer macht. Widerstand ist zwecklos. Vor allem, wenn Hochprozentiges das Kleinhirn verklebt. Es ist dieser Blick, der dich unerwartet trifft und sich an dir festsaugt. Gewissermaßen ist es dann schon passiert. Du weißt, was kommt. Das Futur zwei der Paarungsgrammatik: Ich werde Sex gehabt haben. Morgen früh. Warum? Schau ihr in die glasigen Augen, wenn sie plötzlich vor dir steht und dich angrinst. Du weißt, du könntest jetzt auch über deinen letzten Brechdurchfall sinnieren. Oder dich über den Glitzerstaub lustig machen, der obszön in den Haaren hängt, im Gesicht und am tiefen Dekolletee. Es wäre ihr egal. Sie würde weiter betont lasziv am x-ten Baileys an diesem Abend nuckeln, um wenig später mit einer widerlich süßen Zungenspitze ungefragt in deinem Mund festzumachen. Spätestens hier solltest du entschieden haben, ob du das eigentlich alles gut findest. Dann bleibt nur noch das "Wo" zu klären. Aber Vorsicht: Auch der abgeklärtesten One-Night-Stand-Frau rutscht die verflixte Frage am Morgen dann und wann über die Lippen: "Wann sehen wir uns denn wieder?"

Die Ex

Ihre Nummer ist noch in deinem Handy gespeichert. Statt Anja heißt sie dort Ansgar. Natürlich versichert deine Freundin, dass sie dein Handy niemals kontrollieren würde. Das sagst du auch immer. Und kennst ihres vermutlich dennoch besser als sie selbst. Also Ansgar. Sicher ist sicher. Sie ist deine Ex. Seit dreieinhalb Jahren. Aber aus dem Handy löschen? Nie. Damals war sie hübsch. Süß. Kuschelig. So wie deine Freundin jetzt. Einmal, ein halbes Jahr nachdem sie Schluss gemacht hatte, hast du noch mal mit ihr geschlafen. Ihr hattet getrunken, wart nicht voll, aber - sagen wir - gut gelaunt. Enthemmt, habt Dinge getan, die ihr euch zuvor nie getraut hattet. Danach habt ihr kein Wort mehr miteinander gesprochen. Du weißt, es ist nicht fair, ihre Nummer nicht zu löschen. Vielleicht bildest du dir auch ein, auf diese Art noch immer ein bisschen mit ihr zusammen zu sein. Wenn du mit deiner Freundin schläfst, hast du sie oft noch im Kopf. Sex mit der Ex - ist auch das damit gemeint? Eines Tages wird deine jetzige Freundin vielleicht die Ex sein. Und du wirst sie seit Jahren erstmals wieder so richtig geil finden. So ist das. Es ist scheiße. Aber es ist so.

Die Emanze

Schade eigentlich, dass Emanze mittlerweile nach "Geh mir bloß weg mit so 'ner Scheiße" klingt. Schuld daran sind die falschen Emanzen, die auf "-In" und "-Innen" bestehen wie Kohl auf sein Ehrenwort. Die eine Diskussion vom Zaun brechen, wenn du ihnen die Tür aufhältst oder den Mantel reichst. Die im Bett stundenlang von dir gestreichelt werden wollen, Ina Deter dabei hören und verlangen, dass du nicht kommen darfst, weil dein Samen der Inbegriff des Patriarchats ist. Und weil sie nicht verhüten. Nein, die wahren Emanzen sind cool. Sie haben es nicht nötig, für die Diktatur des Matriarchats zu kämpfen. Auf äußerliche Gleichberechtigung pfeifen sie, ihre innere Unabhängigkeit ist ihnen heilig. Männer fühlen sich in ihrer Gegenwart oft mickrig, weil sie mit ihrem blöden Anmacher-Gequatsche nicht landen. Wahre Emanzen wissen, dass sie in Wirklichkeit das stärkere, schönere, edlere Geschlecht sind. Das Beste aber an ihnen ist, dass sie akzeptieren, dass Männer keine Kinder kriegen können. Und dass man auch mal kommen darf. Manchmal sogar ganz schnell.

Die Schwiegermutter

Bevor die Schwiegermutter zur Schwierigmutter wird, ist es herrlich. Du weißt, dass der Weg in deine neue Familie nur durch ihre Herzkammern führt. Du kannst sie nach Strich und Faden bezirzen, was sie mit Bussi links und Knuffen rechts zurückgibt, dass ihre Tochter eifersüchtig werden könnte. Doch dann passiert's. Meistens zu Weihnachten, wenn du deine erste Krawatte von ihr auspackst. Eine, wie Schwiegervadder sie um den Hals geknotet hat. Schwierigmutti beginnt dich langsam zu behandeln wie Männe, als der noch im Saft stand. Sie fährt ihre Arme tentakelgleich aus, kocht deine Leibgerichte, fragt augenzwinkernd nach Nachwuchs und ermahnt dich, doch mal bei Omas Grab vorbeizuschauen. Dann sinkst du voller Demut innerlich auf die Knie und dankst dem Herrn, dass du 500 Kilometer entfernt wohnst - und es Ostern, Weihnachten und ihren Geburtstag nur einmal im Jahr gibt.

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